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Zukunft von Robotern im Gastgewerbe

Kann mit Robotik der Mangel an Mitarbeitern ausgeglichen werden? Haben Roboter für den Einsatz im Gastgewerbe überhaupt schon die nötige Marktreife? Und welche Aufgaben können sie in Zukunft übernehmen? Jemand, der bereits Erfahrungen mit Service Robotern gemacht hat, ist Marlon Meiser vom gleichnamigen Familienunternehmen Meiser Hotels. Er ist im Unternehmen verantwortlich für Digitalisierung, technische Innovation und Controlling. Marlon hat in den letzten Monaten ein System von Service Robotern im Unternehmen eingeführt und berichtet, wie es dazu kam und was bei der Einführung zu beachten ist.

Was können Service-Roboter leisten?

Um die Mitarbeitenden zu entlasten und mehr Zeit für die Gäste zu haben, führte das Meiser Design Hotel Service-Roboter ein. Im Hotel sind von der Küche bis in den hinteren Restaurant-Teil lange Wege zurückzulegen, die nun von Service-Robotern übernommen werden. Möglich wäre es, dass die Service-Roboter direkt an die einzelnen Tische fahren und die Gäste ihr Menü selbst vom Tablett nehmen. Weil bei den Meiser Hotels sehr viel Wert auf den persönlichen Kontakt zu den Gästen gelegt wird, hat man sich dort für die Einrichtung von Service-Stationen entschieden, die von den Robotern angefahren werden. Roboter, die man sich als Tablett-Wagen mit vier übereinander angeordneten Ebenen vorstellen kann, fahren von der Küche aus die Service-Station an. In der Praxis sieht es so aus: Ein Roboter kommt von der Bar und bringt Getränke zur Service-Station; ein anderer kommt aus der Küche und liefert ein Gericht. Das Service Personal trägt beides weiter zum Gast. 

Worauf ist bei der Einführung von Service-Robotern zu achten?

„Wir achten immer darauf, dass wir von Anfang an die Menschen, die im Alltag damit arbeiten, mit ins Boot holen“, ist für Marlon Meiser wichtig zu betonen. Mitarbeitende aus dem Service-Team waren dabei, als die Service-Roboter programmiert wurden. Wo sollten die einzelnen Service-Stationen aufgebaut werden und wie sollten die Laufwege aussehen? Hierzu haben Service-Mitarbeitende entscheidend beigetragen. Der emotionale Aspekt ist ebenfalls wichtig: Das Service-Personal durfte auch die Namen für die beiden Service-Roboter im Meiser Design Hotel auswählen: Sissi und Franz! So wurden die zwei Service-Roboter von Anfang an ins Team integriert. Auch auf die Corporate Identity wurde Wert gelegt. Sissi und Franz, die beiden Service-Roboter, wurden wie eine Kellnerin beziehungsweise ein Kellner mit Anzug und Schürze „angezogen“, das heißt beklebt und mit einem Namensschild versehen. 

Was Service-Roboter kosten und wie wirtschaftlich sind sie?

Ein Roboter kostet knapp 20.000 Euro. Nach der Erfahrung von Marlon Meiser ersetzt ein Roboter einen Springer. Bei der Roboter-Anschaffung handelt es sich um einmalige Investitionskosten und es fallen keine laufenden Kosten an. Damit lässt sich der ROI leicht berechnen. 

Kollaborierende Roboter für den Einsatz in der Küche

Neben Service-Robotern spielen auch kollaborierende Roboter für den Einsatz in der Küche eine immer größere Rolle im Gastgewerbe. Ein Beispiel dafür ist das Konzept von Aitme. Das Berliner Start-up bietet Küchen-Roboter für Caterer und die Gemeinschaftsgastronomie an. Die Küchen-Roboter arbeiten autonom in einem gut gekühlten Raum, vorstellbar wie ein Riesen-Kühlschrank. Schritt für Schritt werden die Mitarbeitenden durch den Prozess geführt. Die komplette Menü-Planung wird mit wenigen Klicks erstellt. Beispielsweise: Was soll nächste Woche eingekauft werden? Wie viele Gerichte werden voraussichtlich kommende Woche nachgefragt? Der Küchen-Roboter plant automatisch alle Zutaten. Im eigenen ERP-System kann dies abgebildet werden. Das Tool ist übersichtlich und mit wenig Schulungsaufwand funktionsfähig. „Zugegeben: Etwas aufwendiger als die Bedienung einer Spülmaschine ist es schon, doch bei Weitem keine Raketenwissenschaft und grundsätzlich recht simpel in der Anwendung“, sagt Emanuel Pallua, einer der Gründer von Aitme.

Für welche Betriebe eignen sich Küchen-Roboter?

Der Küchen-Roboter kann jeden Tag 20 verschiedene Gerichte kochen. Aitme konzentriert sich auf Wok-plus-Salat-Konzepte sowie Pasta-Gerichte. Doch prinzipiell sind sehr viele Gerichte möglich, zum Beispiel auch Käsespätzle oder Currywurst. Der Einsatz von Küchen-Robotern hängt von der Unternehmensgröße ab. „Für ein Hotel mit mehr als 500 Gästen am Abend ist das System noch nicht ausgelegt, kann aber als Zusatz eingesetzt werden, wenn rund um die Uhr warme Küche geboten werden soll“, nennt Emanuel Pallua die Vorzüge. 

Küchen-Roboter: Wie sieht das Geschäftsmodell aus?

  • Das Start-up Aitme bietet seinen Kunden volle Kostenkontrolle mit drei Komponenten: 
  • Ein Leasingvertrag für die Hardware (Küchen-Roboter) sorgt für Planungssicherheit und Flexibilität: Leasinggebühr: 3.000 Euro.
  • Eine Servicegebühr von 1.000 Euro für den Küchen-Roboter schließt Service, Wartung und Ersatzteile ein; inklusive Leistungen eines Serviceteams und Onboarding beim Kunden. 
  • Eine Servicepauschale pro Gericht von 1,60 Euro wird für Bereitstellung einer Cloud-Infrastruktur, Kassensysteme mit App und iPad-Bestellterminal sowie ein Küchen-Cockpit berechnet

 

Roboter können also durchaus sinnvoll und kostensparend im Gastgewerbe eingesetzt werden. Wir wünschen viel Erfolg dabei!

 
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